
Anlässlich des Freelance-Camps habe ich eine Session gehalten, die sich den Fragen der Kommunikation in sozialen Medien gewidmet hat. Unter anderem habe ich dort angefangen Spannungsfelder, die in jeder Kommunikation entstehen können, zu benennen. Durch einen kleinen Scherz, den ich mir heute auf Twitter erlaubt habe, entdeckte ich heute ein weiteres, potenzielles Spannungsfeld.
Heute hat bremen.de dieses Blog in die Liste der bloggenden Bremer aufgenommen. Das fand ich gut und war gespannt, welche Worte die Redakteure wählen würden, um das was ich hier tue zu beschreiben. Ich wurde nicht nach irgendwelchen Eckdaten gefragt und aus den Profilen ergibt sich die Information nicht unbedingt. Ich fand die Formulierungen nicht nur sehr nett, sondern für die hier herrschenden, chaotischen Verhältnisse äußerst präzise.
Seid einiger Zeit bin ich am überlegen, ob wir nicht über eine neue Struktur in diesem Medium nachdenken sollten: Sachen auslagern, Profile schärfen, Abgrenzungen schaffen, Stärken hervorheben und Ziele betonen. Den Anfang haben wir mit der Auslagerung unserer Arbeiten in zwei weitere Blogs gemacht, was jedoch eher der Übersichtlichkeit und der Einheitlichkeit des Layouts dienen sollte, als der Bereichstrennung. Nach wie vor kommt hier ein Potpourri an Kategorien. Denn die Frage nach dem Nutzen einer Spezialisierung ist für mich immer noch ergebnisoffen.
Ich könnte hier den Feed äusserst steril halten, wie das bei vielen spezialisierten Bloggerinen und Bloggern der Fall ist. Würde ich dann aber ein Teil einer sozialen Community bleiben? Mein Gefühl verneint es im Grundsatz. Damit würde ich mich in bestimmten Bereich professionalisieren, um eine homogene Selbstdarstellung zu erreichen und damit Nutzen zu generieren. Ich würde also mit einem 2.0-Werkzeug (unter Umständen) eine 1.0-Kampagne fahren. Meine Person wäre im Vordergrund und meine Persönlichkeit schritte in den Hintergrund.
Was ich damit meine verdeutlich vielleicht ein Beispiel. Folgt mir jemand bei Twitter, gucke ich mir das Profil an und entscheide darüber, ob ich die Person hinzufüge. Hier habe ich für mich einfache Checkliste erarbeitet, die darauf hinausläuft zu gucken, ob das ein reeller Mensch aus Fleisch und Blut ist. Eigentlich schaue ich nur, ob dieser Account Dialoge führt und ob diese Dialoge, oder die Posts einen Anteil an belanglosem Zeug beinhalten, oder es immer nur darum geht, ein Thema zu verkaufen. Natürlich folge ich einigen Bots, wie beispielsweise einer Zeitung. Als erstrebenswert definiere ich aber in diesem Zusammenhang die Kommunikation mit Menschen.
Professionalität vs. Authentizität ist die Überschrift für diesen Beitrag. Ich hätte es auch Glätte vs. Kantigkeit, Themenvielfalt vs. Themensingularität und vielleicht etwas provokativ Mensch vs. Organisationsassimilation benennen können. Diese lose Gedankensammlung erhebt keinen Anspruch auf Reliabilität, ist aber in meinem Sinne durchaus valide. Im Leben bin ich mal das Eine und mal das andere, und das werde ich auf Twitter auch bleiben. Jetzt muss ich den Geschirrspühler ausräumen, um mir ein Glas zu holen und den Rest erzähle ich Euch auch noch
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