H2: Re:Visionen

Nichtmultitasking Susanne und multitasking Norbert, erzählen von ihrem Kulturwochenende. Mit frischen Eindrücken von einem Konzertbesuch haben wir ein Musiktip in Richtung Crossover-Klezmer-Polka-Ska. Die Rede ist von der Band Diegos Umbrella aus San Francisco. Einen kleinenVorgeschmack könnt ihr hier finden. Ein weiterer Tip ist die Möglichkeit sich kostenfreie Musik von der Socialbar Bremen ins Ohr zu holen.

Des weiteren haben wir das Straßenzirkusfestival La Strada unsicher gemacht. Walkacts, Keulenakrobatic, Mimic, Tanz, Maskentheater, sind nur einige der dort gezeigten Darstellungen. Etwas näher gehen wir auf die Kunstperformance des Theaters Fragile ein. Eine mobile Inszenierung, die eine Hommage an die letzte Lebensphase ist.

Desweiteren haben wir, bewaffnet mit Blumendraht und Krebband, die neue Ausstellung von Norbert im Alten Fundamt aufgebaut. Namensgleich mit dem Titel dieser Folge stellen wir unsere ReVisionen zur Debatte. Gern möchten wir ebenfalls auf unseren Künstlerfreund Joachim Bommel Fischer aufmerksam machen. Ein Interview mit ihm und kulturlabskaus könnt ihr hier finden.

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Re:Visionen – Visionen über den Weg der Sachen von Wegwerf- zu Sammelobjekten

Re:Visionen – unter diesem Titel präsentiere ich meine neue Ausstellung ab 15. August im Alten Fundamt, Auf der Kuhlen 1a, 28203 Bremen / Steintor.

Seid 2007 habe ich eine eigene Art entwickelt, meine Flohmarktjagd zu gestalten. Ich sah, wie am Ende des Verkaufstages Verkäufer einige Waren aussortierten und sie zurückließen. Ich beobachtete das Geschehen und merkte, dass eine andere Schicht von Sammlern diesen Ort aufsuchte. Es waren diejenigen, die die Hinterlassenschaften der Verkäufer durchsuchten und vieles davon mitnahmen. Ich zog meine Kamera und fing an, einige dieser Quisquilien zu fotografieren. Damit wurde ein Rennen um die Sachen zwischen mir, den Restesammlern und den Reinigungskräften, die mit ihren Mülltonnen den Platz säubern, eröffnet.

Die Schwierigkeit dabei besteht darin, dass sein Ziel unverfälschte Bestandsaufnahmen sind. Die Sachen, die ich zeige, wurden weder von mir in irgendeiner Form arrangiert, noch erfahren die Fotos irgendwelche Montage in der Bildbearbeitung. Ich halte den kurzen Moment fest, indem ein Kreislauf des Besitzerwechsels neu angeregt wird, oder durch eine Reinigungskraft beendet wird. Damit soll auch ein Stück der Geschichte der an diesem Kreislauf teilnehmenden Menschen erfasst werden, obwohl sie selber auf diesen Fotos nicht zu sehen sind. Dies jedoch ist eine bewusste Entscheidung und gehört zum Leitbild dieser Serie.

Im Moment kann ich noch nicht sagen, wie lange die Bilder vor Ort hängen, ich werde es in einem Update nachreichen. Über Rückmeldungen jeglicher Art, Kritik, Lob, usw. freue ich mich natürlich immer. Den Besuchern wünsche ich viel Spaß!

Update: Die Ausstellung ist bis zum 3.9.2010 zu sehen.

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