Teil 1: Ist-Analyse

Mosaik

Nach dem wir zum Entschluss kamen, dass die Wohnungseinrichtung verdammt teuer sein kann, wenn man sie ständig wegen Streitigkeiten erneuern muss, haben wir genauer hingeguckt, wo man statt Antagonismen, Synergien erzielen kann…

Ich muss leider sagen, dass die Flugbahn eines Fernsehers unberechenbar ist. Umso mehr ärgert man sich, wenn man das Ziel verfehlt hat. Auch Digitalkameras mit teueren Objektiven, Computer (nein, auch nicht die mit dem Apfel), Pflanzengefässe und Schranktüren haben keine guten Flugeigenschaften. Bei Tellern sollte man vorher kurz bedenken, dass die Zentrifugalkraft die Flugbahn zu einer Parabeln sich entwickeln lässt. in jedem Fall muss das Inventar später ergänzt werden…

Da ist ein gepflegter Einlauf mit energetischen Tee vielleicht genauso schmerzhaft, aber auf jeden Fall billiger. So fängt man an nachzudenken. Der Zustand hält einige Zeit an. Manche wachen nie auf. Aber wach sein ist, wofür es sich zu schlafen lohnt. Immer wieder wach sein, sich wach halten, aufgeweckter sein…

Die gelebte Geschichte, die man in sich trägt kann sich dominant, oder unterwürfig zeigen. Deswegen sollte man Herr der Sache,… Oder doch ihr Sklave werden? Jetzt wird es langsam postmodern. Im Sinne des panoptischen Auges, dass immer da ist und dessen Rätsel nicht gelöst werden möchte. Aber man will ja auch Antworten und keine Rätsel. Schritt zurück…

Wir sprachen von Synergien. Die ergeben sich, wenn die Schnittmenge groß genug ist. Wobei man eine Schnittmenge beliebig erweitern, oder verengen kann. Diese besteht, soweit ich es in Erfahrung brachte, seltenst aus der Kenntnis, die Flugbahnen berechnen zu können. Sicherlich auch in einigen Berufen wichtig, nicht so hier. Dann lieber Bauen, Pflanzen, Zeugen…

Flugbahnen sind ein Konstrukt. Fernseher auch, unbeachtet des Programms. Wer sich in das Zerschellen an der Wand verirrt hat, wird auch dorthin befördert. Der Wand ist es egal. Sie steht wie eine Mauer dort, wo man sie erwartet. Die Mauern sind wichtig, auch die im Kopf. Sie bauen das Fundament und machen erst möglich Trödel anzuhäufen. Darauf stütz sich die Zukunft…

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Ohne Titel

Wall

Der Wächter hat mich gewarnt. Ich solle nicht durch diese Tür gehen, von dort wäre noch nie jemand zurückgekommen. Seine Stimme klang monoton, er sagte es einfach ohne zu wollen, auf mich Einfluss zu nehmen. Vielleicht war das gerade der Grund, warum ich es in diesem Moment tat. Ich hatte mein Leben und lebte es. Mein Leben war aber wie seine Stimme, es war strukturiert und ohne Bedarf zur Veränderung und ohne Höhen und Tiefen. Ich verspürte zwar kein Drang das zu verändern, aber ich verspürte überhaupt noch wenig. Deswegen tat ich es.

Der Raum in dem ich stand war kein Raum. Ich konnte keine Wände sehen, keine Decke und irgendwie auch keinen Boden, obgleich ich ihn mit meinen Füßen ertasten konnte. Es gab auch keine Lichtquelle, obgleich ich nicht im Dunklen stand. Vor mir sah ich ein rotes Band, das auf meiner Bauchhöhe gespannt kein Anfang und kein Ende zu haben scheinte. Ich drehte mich um und sah die Tür, durch die ich zweifellos gekommen sein musste nicht. Dort war nur eine graue, wandartige Masse, die wie ein verdichteter Nebel, der mit einem Messer sauber zertretrennt worden war, zu schweben schien.

Ich drehte mich zurück und beim Anblick der Bandes wurde mir klar, dass es die einzige Farbe ist, die ich in dieser Umgebung vernehme. Ich ging darauf zu und darüber hinaus. Es gab erstmal gummiartig nach, um dann mit leisem zischen zu zerplatzen. In diesem Moment sah ich ein weiteres Band, das etwas breiter als das erste war, ansonsten dem ersten gleich zu beschaffen schien. Ich ging darauf zu und wiederholte das Spiel. Irgendwie wunderte mich nicht, dass ich ein drittes, wieder etwas breiteres Band sah. Ich ging nur ein paar Schritte weiter und drehte mich um.

Der Abstand zu der grauen Wand schien mir gleichgeblieben zu sein. Oder war es nur eine optische Täuschung? Zwei Bänder später war ich sicher, dass es keine war. Die Wand bewegte sich in der selben Geschwindigkeit hinter mir, wie ich mich nach Vorne bewegte. Diese Erkenntnis beunruhigte mich. Was, wenn ich die Tür nicht mehr finde? Kann ich in diesem gräulichen Etwas überhaupt atmen? Mein Herz fing an zu rasen und ich entschied mich erstmal weiter zu gehen. Das nächste Band war nur unwesentlich breiter, als das vierte.

Einige Bänder später wurde der Wiederstand deutlich spürbar. Es machte mir viel Mühe sie zu zerreißen. Ich entschied mich, das Vorgehen zu ändern. Bei dem nächsten Band schlüpfte ich einfach darunter, doch als ich es beim kommenden versuchte sank es tiefer und lies mir somit keinen Platz dafür. Ich blieb verwundert davor stehen, ging langsam in die Hocke und das band sank langsam, meiner Bewegung folgend tiefer. Ich stand auf, und das band steigte. Ich drücke einen Finger in das Band und es hüllte ihn, fast schon sorgfältig ein. Ich drehte mich und sah die graue Wand in unverändertem Abstand vor mir.

Ich drehte mich, sprang gegen das Band und brachte es zum Platzen. Ich fing an zu rennen, um mehr Schwung im Kampf gegen die Bänder zu holen. Die Erschöpfung nahm zu, da sah ich sie. Kein Band mehr versperrte meinen Weg, sondern eine rote Wand. Ich blieb stehen. Durch diese zu gehen schien mir unmöglich zu sein. Ich war müde und diesen Wiederstand zum Platzen zu bringen überstieg meiner Einschätzung nach, meine Kräfte. Ich setzte mich hin und sah beim Blick über die Schulter die graue Masse hinter mir. Plötzlich wurde mir klar, dass als ich durch die Tür gegangen bin, ich einen Fehler begangen habe.

Ich sprang auf die Füße und rannte gegen die rote Wand. Sie umschloss meine Arme und mein Gesicht, ich rutschte ein Stück zurück, versuchte aber weiter nach Vorne zu preschen. Ich kriegte keine Luft und verlor auch das Gefühl für die Zeit. Ich war nicht verängstigt, dann jederzeit könnte ich das abbrechen und versuchen mich zu der Tür durchzuarbeiten. Ich wollte aber endlich weiter, um zu Erfahren, was mich am Ende erwartet. Die gummiartige Masse gab nach.

Ich fiel nach Vorne und ruhte mich noch eine Weile auf dem Boden aus. Ich hatte ja auch keinen Grund hektisch zu werden, ich habe es doch geschafft. Als ich einigermassen zu Kräften wiedergekommen bin, stand ich mit einem milden Lächeln auf den Lippen auf. Ich wollte meine Belohnung geniessen. Zuletzt erhob ich meinen Blick. Sehr langsam wurde mir klar, was ich vor mir sehe. Mein Lächeln verschwand und meine Schulter sanken. War das Alles? Warum habe ich mich darauf eingelassen? Fragen schossen in meinen Kopf. Fragen, auf die es keine Antworten gibt.

Vor mir habe ich eine Spiegelwand gesehen. Sie Spiegelte mich und das undefinierbare Nichts hinter mir. Ich konnte keine Wände sehen, keine Decke und irgendwie auch keinen Boden, obgleich ich ihn mit meinen Füßen ertasten konnte. Es gab auch keine Lichtquelle, obgleich ich nicht im Dunklen stand. Sollte ich durch den Spiegel durch? Ich hatte keine Kraft mehr, mir diese Frage zu beantworten. Ich drehte mich zur Seite und fing an zu gehen…

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