هزار و يک شب

Der Titel steht für Tausendundeine Nacht. Seit heute bin ich so viele Tage und Nächte auf Twitter angemeldet. Als ich vor drei Jahren anfing, war ich überzeugt, dass es eine sehr kurze Geschichte werden wird. Geschehen ist es anders.

Twitter wurde zu einem wichtigen Kommunikationstool in den sozialen Netzwerken. Kein anderer, später entstandener Dienst konnte mich für sich dauerhaft gewinnen. Einerseits erreichte Twitter sehr schnell eine kritische Nutzermasse, in der man relevante Kontakte finden konnte, andererseits blieb der Funktionsumfang stark eingeschränkt, was den Dienst niedrigschwellig hielt.

Die ursprüngliche Twitternutzung als Skypeersatz wich zunehmend dem Eigentlichen: Microblogging. Über Interessantes berichten, Links teilen, Gefolowte retweeten, usw. hatte mein Nutzungsverhalten zunehmend geprägt.

Das brachte auch Schattenseiten mit sich. Der Sandkastenverhalten der Nutzer nahm zu. Sinnfreie Riten, wie der sogenannte „follow friday“, bei dem man Accounts anderer Nutzer empfiehlt, etablierten sich. Schaaren an sogenannten „Twitter-Coaches“ witterten Verdienstmöglichkeiten im Beratungsgeschäft. Selbstdarstellung wurde essentiell, Kommunikation nebensächlich.

Trotzdem werde ich weiterhin das Netzwerk nutzen. Die positiven Erfahrungen überwiegen. Schnell und unkompliziert Antworten auf blöde Fragen einzuholen, Verabredungen treffen, Menschen ärgern. Alles das wäre ohne Twitter etwas komplizierter ;). Dabei werde ich wieder zunehmend darauf achten, dass meine Gesprächspartner Menschen sind und nicht der Sachzwang.

Schwache Netzwerke haben ihre Vorteile, man sollte sie geniessen, nicht benutzen. Ansonsten wird die Pflege zur Pflicht und die Verwendung zur Verunglimpfung.

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4 Antworten auf هزار و يک شب

  1. Claas sagt:

    Vermutlich meinst du keine Twitter-Couch, sondern den Twitter-Coach, der drauf sitzt. Hast du schon mal wieder berechnen lassen, wie viel Lebenszeit du vertwittert hast?

  2. Stimmt, die besitzen sicherlich aber eine Couch ;). Ich habe es noch nicht berechnet, gibt es da irgendwo eine Möglichkeit?

  3. spoxx sagt:

    Oh mein Gott! Wenn ich denke, wie viel Lebenszeit ich in Cafés verkuckt hab‘ beim people-spotting! Mir wird schlecht! (…oder war das jetzt ein Tässchen Mokka zuviel?)
    Auf die zweitausendundzwei Nächte!

  4. Norbert sagt:

    @spoxx Manchmal bin ich mir nicht ganz sicher, ob ein Oflliner es nicht besser hat wie wir 😉

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