Tag der offenen Tür im H2-Atelier: Nachlese

Es sind schon ein paar Tage her, als wir den Versuch gestartet haben, einen Tag des offenen Ateliers, bzw. eine eintägige Ausstellung durchzuführen. Ich versprach darüber zu berichten, was ich hiermit nachholen will.

Die Idee eine eintägige Ausstellung bei uns zu veranstalten entstand, als ich den Beitrag von Jörn bei Kulturideen-Blog gelesen habe. Jörn schrieb:

Letzte Woche haben wir das ausprobiert. Ein Thema. Eine Idee. Eine leere Wohnung. Drei Leute. Drei Tage Vorbereitung. Drei Tage Werbung via Web und Zeitung. Geile Fotos von Volker Lannert aus dem Tonstudio der Internationalen Film-Union/Calmuth bei Remagen. Lampen aus unseren Kellern, Wohnzimmern und dem Baumarkt. Würstchen und Wein. Trash-Design. Rough and dirty.

Alles, was man für so eine Unternehmung braucht hatten wir da. Unsere Bilder, die größtenteils nach den Transporten von diversen Ausstellungen zurück, verpackt und gestapelt irgendwo lagen. Eine Wohnung mit ausreichend viel Wandflächen (sie erstreckt sich über drei Etagen) und sogar einigen leeren Räumen. Jetzt auch die Idee. Weiteren Ansatz in dieser Art habe ich bei Ulrike entdeckt, den wir in Form von besonderen Angeboten bei uns einfließen ließen.

Der ausgesuchte Termin (16. Mai) erwies sich, als äußerst ungünstig. Vor dem Wochenende gab es einen Brückentag und viele von mir angesprochene Menschen nutzten es, um wegzufahren. Als ich diesen Fehler bemerkt habe, war es aber natürlich zu spät.

Als Marketinginstrumente haben wir einen simplen Flugzettel im DIN-Lang-Format gedruckt, den wir nur persönlich an Freunde und Bekannte verteilt haben. Diese hatten natürlich die Freiheit, weitere Menschen mitzubringen. Von den Flyern haben wir ca. 70 verteilt. Wir haben über einen Artikel in unserem Blog und einen weiteren bei Bremen für lau (Danke an die Redaktion) die Ausstellung beworben. Natürlich kamen auch Social Media in Form von Twitter- und Facebook-Beiträgen zum Zuge.

Die Bestückung der Wände wurde schnell zu einem komplexen Problem. Wir wollten die Räume thematisch gestallten und Gemeinsamkeiten zwischen uns herausarbeiten, wobei wir mit dem vorhandenen Platz auskommen mussten. Nach ca. zwei Tagen hin- und herzuhängen, haben wir aber auch diese logistisch-logische Aufgabe bewältigt. So erstellten wir in unseren drei Etagen die Themenräume für Wein, Zusammenarbeit, Theater, Available Light, usw. Nur jeweils einen Raum beanspruchten wir für uns einzeln. Zuletzt haben wir ein wenig Multimedia gestreut. So liefen zum Beispiel im Theaterraum Ausschnitte aus den Hörspielen, in den wir mitmachen in einer Schleife ab, Originalrequisiten von unseren Theater-, oder Filmauftritten lagen aus, usw. Anschliessend wurden kleine Beschreibungen überall platziert und Pfeile als Wegweiser.

An diesem Nachmittag und Abend besuchten uns insgesamt ca. 25 Leute. Für die Idee insgesamt, aber auch die Durchführung, thematische Einteilung und Realisation gab es durchgehend positives Feedback. Der befreundete Künstler Joachim „Bommel“ Fischer überreichte uns sogar ein Geschenk: seine aus Drahtbügel geformte Friedenstaube. Ich werde sie bei Gelegenheit versuchen in Ehren abzulichten. Es ergaben sich eine Menge interessanter Gespräche und wir lernten auch neue Leute kennen. Als wir um ca. 20 Uhr die Türen schlossen, saßen immer noch einige nette Menschen da und der Abend wurde sehr lang ;).

Eine Auswertung aus Marketingsicht ist leider schwierig bis unmöglich, weil ich an diesem Abend nicht viel Zeit hatte Erhebungen zu machen und natürlich kaum Möglichkeiten bestehen, die nicht Anwesenden nach den Gründen zu fragen. Die Anzahl der Besucher wurde wahrscheinlich durch das unglücklich gewählte Datum eingeschränkt. Auf der anderen Seite lernte ich durch die vielen Veranstaltungen, die ich organisiert habe und organisiere, dass es keine perfekten Daten gibt. Die von mir selbstgesetzte Marke, zwischen 20 und 50 Interessierten zu erreichen, wurde aber erfühlt. Die meisten Besucher kamen aufgrund der persönlich überreichten Flyer, der Blogbeiträge, oder wurden von deren Empfängern mitgebracht. Nur eine Person kam über einen der Facebookeinträge. Twitter hat, soweit ich es erheben konnte, keine Wirkung gezeigt. Verkauft wurde nichts, womit wir aber nicht unbedingt gerechnet haben.

Wir werden diese Aktion wiederholen. Gestärkt um diese Erfahrungen werden wir vielleicht versuchen etwas mehr gezielte Werbung zu betreiben. Aber der Nachmittag und Abend war alleine gesellschaftlich gesehen ein schönes Event und ich glaube, dass nicht nur wir, sondern auch die Gäste sich wohlgefühlt haben. Schon alleine dafür lohnt es sich.

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6 Antworten auf Tag der offenen Tür im H2-Atelier: Nachlese

  1. Marius sagt:

    Twitter Count: I

    …War ein schöner Sonntag – sollte Nachahmer finden!

  2. Meine Idee ist, dass wir es mit ein paar Nachbarn veranstalten, dann haben die Besucher noch mehr davon. Danke für Dein Lob 🙂

  3. Rüdi sagt:

    Twitter Count: II 🙂

    Es war vor allem ein sehr langer Sonntag – Vermutlich, weil er so schön war.

    Und der Prosecco war auch sehr lecker. Ist noch was da? 😀

    Bin gerne wieder dabei, wenn es heißt: „Pforten auf im H2-Atelier“ – dann jedoch wohl etwas früher 😉

  4. @Rüdi Auf Dich wartet noch ein 6er Pack und unsere Türen stehen für Dich immer offen 🙂

  5. Hallo Norbert,

    herzlichen Dank für den Rückblick auf Eure Ausstellung. Dank vor allem auch deswegen, weil ich gerne wissen möchte, wie Ausstellungen außerhalb von Museen funktionieren. Dieser Artikel gibt eine Antwort. Eine aus meiner Sicht allerdings enttäuschende bzw. eine, die uns zu knabbern gibt.

    Warum funktionierte das bei uns (http://joernborchert.twoday.net/stories/filmriss-kleine-ausstellung-grosser-erfolg/) so gut und bei Euch weniger gut?

    Wir haben darüber nachgedacht? Um daraus zu lernen und dieses Ausstellungsformat weiter zu entwickeln.

    Warum hattet ihr 25 Besucher und wir 200 an einem Abend?

    Mögliche Antworten (zur Diskussion):

    a) Volker Lannert ist ein recht bekannter Fotogaf in Bonn. Das bedeutet auch, dass er eine Fan-Gemeinde hat. (Das scheint mir der wichtigste Unterschied).
    —- Promis verkaufen sich halt besser —-

    b) Die örtliche Zeitung machte auf die Ausstellung aufmerksam. Mit nur wenigen Zeilen, aber immerhin.
    Doch ein paar Besucher kamen auch via Internet. 20%? Vermutlich, weil die IFU in gewissen Kreisen dort im letzten Jahr größte Popularität genoss.
    —- Auf konventionelle Medien sollte nicht verzichtet werden —-

    c) Die Ausstellung hatte ein Thema (!): Fotos der letzten Tage der Internationalen Film-Union. Also nicht nur ein Thema der Kunst, sondern auch eines der Geschichte. So waren wenigstens zwei Interessentenkreise angesprochen. Außerdem ein fest umrissenes Thema im Gegensatz wohl zu dem, was ihr gezeigt habt. Wir präsentierten +- eine Story – ihr habt Kunst (allgemein) gezeigt.
    — Besucher lieben Geschichten —

    d) es mag banal sein: Wir zeigten unsere Ausstellung in einer leeren (!) Wohnung. Ihr in Eurer (!) Wohnung. Ich denke, dass da auch eine Rolle spielte, dass viele Hemmungen hatten, womöglich Eure Intimsphäre zu tangieren. —- Ein abgelebter Ort eignet sich für dieses Ausstellungsformat besser als ein belebter.

    Bestimmt spielt a-d eine Rolle bei diesem Format.

    Dennoch, ich versteh eigentlich nicht wirklich, warum bei uns 200 kamen und bei Euch 25. Anscheinend haben wir unbewusst etwas gut gemacht und ihr irgendetwas getan oder nicht getan, was die Massen hinderte, Euer Heim zu besuchen.

    Lass uns off-line darüber austauschen.

    Nach wie vor, bin ich von diesem Ausstellungsformat überzeugt. Mit ihm erreicht man Kulturinteressierte, die von Museen die Nase voll haben und die, die Spaß an an neuen Orten der Kulturvermittlung haben. Das sind viel mehr, als wir denken und die Kulturoberen fürchten.

    Am 19./20.6. probieren wir aus, was passiert, wenn man Volker Lannerts Fotos in einem leerstehenden Ladenlokal während des LebensKunstMarkts in Remagen zeigt (http://www.lebenskunstmarkt.de/).
    Kunst zwischen Currywurst und Kunstgewerbe. Das wird sicher spannend. Ich werde bei http://kulturmarketing.wordpress.com/ berichten, was dabei raus kam.

    Vielen Dank für Deinen Bericht! Las uns in Kontakt bleiben.

  6. Norbert sagt:

    Die Präsenz in den konventionellen Medien halte ich in der Tat auch als sehr wichtig. Das merken wir bei der Organisation der Socialbar sehr stark. Das ist sicherlich ein Faktor, welcher Besucherzahlen in diesem Bereich gleich in die Höhe schnellen lassen kann.

    Die von Dir benannten Aspekte spielen aber auch sicherlich eine Rolle. Insbesondere die Schwellenangst, die zu überwinden ist.

    Die Mentalität der Menschen, die lokal zu berücksichtigen ist wäre hier auch zu hinterfragen. Bonn ist nicht Bremen…

    Für das neue Projekt wünsche ich viel Erfolg und freue mich über ein Bericht in Deinem Blog.

    Vielleicht waagen wir auch irgendwann ein Experiment und lassen unsere Ausstellung von Dir organisieren? Wir sehen uns spätestens im September 🙂

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