Interview mit Birk von Skynobi Adventures

Vor längerer Zeit stoss ich auf ein unglaublich spannendes Projekt: Skynobi Adventures Podcast. Eine Geschichte, die mit Hilfe von einem Computerspiel gedreht wird. Ich wollte etwas über die Hintergründe wissen und bat den Macher um ein Interview. Der Podcast von Birk wird Ende Februar 3 Jahre alt. Alte Folgen können bei myvideo.de nachgesehen werden (einfach nach „skynobi“ suchen).

Norbert: Du hast eines der interessantesten Podcastprojekte, die ich kennengelernt habe. Kannst Du bitte erzählen, wer ihr seid und was ihr macht?

Birk: Nun ja, Machinimas mit dem Spiel „Die Sims 2“ zu erstellen, ist an sich gar nicht so ungewöhnlich. Die so entstandenen Werke den Zuschauern über Jahre hinweg aber in nur sehr kleinen Portionen als Podcast zu servieren, das mag die individuelle Note der Skynobi Adventures sein. Im Wesentlichen entstand das Projekt in Zusammenarbeit mit meiner Freundin (sam). Dem gesellten sich als Sprecher ein Schulfreund (lapismont) hinzu, seine Frau, seine Kinder, eine Arbeitskollegin von mir und gelegentlich noch andere Sprecher. Nach zwei Jahren Podcast habe ich im letzten Jahr begonnen, neue Sprecher aus der Podcastszene zu rekrutieren. Die inhaltliche Verantwortung und die technische Umsetzung trage ich aber weitgehend allein.

Norbert: Wie entstehen die Inhalte? Werden diese lange im Voraus geplant, oder entspringen sie eher spontanen Ideen?

Birk: Ein Kapitel mit etwa 18 Szenen und zwanzig Minuten zu veröffentlichen, dauert bei mir etwa knapp ein halbes Jahr. Der Hintergrund ist zum einen der geringe Speicherplatz beim kostenlosen Podhost-Angebot, aber auch die Dauer des Herstellungsprozesses. Als ich mit dem Podcast begann, hatte ich zwei Kapitel fertig. Anfang Februar 2010 beginnt Kapitel 5 und ich arbeite derzeit am Drehbuch von Kapitel 8. Eins bis zwei Kapitel Vorlauf gibt es also inzwischen, das heißt, bis ins Jahr 2011 hinein sind die Inhalte bereits gesichert. Das ist, glaube ich, für Podcastverhältnisse eine recht langfristige Vorausplanung.

Norbert: Das Ganze stelle ich mir technisch sehr aufwändig vor. Wieviel Zeit benötigst Du im Schnitt für eine Folge?

Birk: Von der ersten Drehbuchidee bis zur Fertigstellung eines Kapitels brauche ich drei bis vier Monate. Ich arbeite ja nicht jeden Tag daran und auch nur in der Freizeit. Vom Aufwand und den Arbeitsschritten her ähnelt es sicher einer Filmproduktion. Wenn das Drehbuch fertig ist, „baue“ ich die Sims und die Kulissen. Man kann die Sims ja nicht besonders detailliert steuern, sie haben nur gewisse Interaktionsmöglichkeiten und auch so ihre „Launen“. Da kann es schon einmal passieren, dass man Handlungen umdeuten muss, um einen gewünschten Eindruck zu erwecken oder Sims müssen eine Weile zusammen gespielt werden. „Freundschaftliche“ Animationen gibt es zwischen zwei Sims eben nur, wenn sie tatsächlich befreundet sind. Manchmal bleibt nur, das Drehbuch an die Sims anzupassen. Das Schneiden, Synchronisieren und die Musik dauern dann auch eine Weile.

Norbert: Was macht Dir besonders viel Spaß bei der Produktion der Folgen?

Ohne Frage das Synchronisieren. Es ist die Phase, in der ich am meisten Kontakt zu anderen habe während des Projektes. Hier müssen sich die Szenen erstmals vor ihnen bewähren. In dieser Phase gibt es oft Anregungen, die zu einer besseren Qualität führen. Man hat ja vor sich selbst oft eine gewisse Betriebsblindheit. Aber auch die Freude der anderen, was aus einem kleinen „Take“ so werden kann, steckt mich natürlich auch an.

Norbert: Wie ist Dein Projekt angelegt, gibt es irgendwann das große Finale, oder gehen die Geschichten immer fliessend ineinander weiter über?

Birk: Das ist so ein bisschen im Fluss. Anfangs habe ich an eine Trilogie gedacht. Als die fertig war, dachte ich, es sollten drei Trilogien werden mit den Themen „Forschung, Mystik, Heldentum“. Bei der Produktion stecke ich in der letzten Trilogie und glaube, dass ich nicht alles unterbringen kann, was ich so will. Ein zehntes Kapitel ist wahrscheinlich. Ob und wie es dann weiter gehen wird, kann ich noch nicht sagen. Inzwischen gibt es ja schon „ Die Sims 3“. Dahin möchte ich auch irgendwann wechseln. Aber da kann man die alten Figuren nicht importieren. Falls es weitergehen soll, wird es eher ein „spin off“ oder ein ganz anderes Szenario.

Norbert: Ein Ratschlag für die, die jetzt Blut geleckt haben und überlegen, etwas ähnliches anzufangen?

Birk: Ja, macht es! Im Internet gibt es auf machinima-Seiten und in Videoportalen unheimlich viele Anregungen, Beispiele und Tipps. Es gibt eine Vielzahl von Spielen, die sich für die Filmerei eignen, „Die Sims“ und „The Movies“ sind sicher die einfachsten Einstiegsdrogen. Manche arbeiten zunächst mit Einzelbildern, die sie zu Comics zusammenfügen, manche filmen Musikvideos nach oder entwickeln bestehende Geschichten einfach weiter. Man kann seine Blogmeldungen auch einfach in eine „Nachrichtensendung“ einbinden. Grenzen zieht nur die jeweilige Game-Engine und das eigene Vorstellungsvermögen. Mein Tipp wäre vielleicht, frühzeitig Freunde zu finden, die sich für dieses Hobby begeistern können. So hat man schnell die ersten Zuschauer, Kritiker und womöglich Helfer.

Norbert: Was wünscht Du Dir für die Zukunft des Projektes?

Es ist bei einer Art Serie sicher vermessen zu erwarten, dass nach jeder Minutenszene ein Echo aus dem Netz kommt, aber der Durst nach Feedback ist schon der Grund, warum ich die „Skynobi Adventures“ wildfremden Menschen zeige. Ich habe z.B. noch keine einzige Rezension bei iTunes und kaum Abos bei podcast.de. Wenn sich auf diesen Portalen in Zukunft etwas bewegen würde, wäre ich ziemlich glücklich.

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2 Antworten auf Interview mit Birk von Skynobi Adventures

  1. Meiky sagt:

    Oh dieses Interview seh ich jetzt erst, das hat der Datenfeed mir beschissen. Das is ja voll an mir vorbei gegangen….

  2. Norbert sagt:

    Dann bist Du der Nächste 😉

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