Augen auf bei Künstlerbedarfsmärkten!

_DSC4894

Ich glaube fest daran, dass Außerirdische unter uns leben und zunehmend Einfluss gewinnen. Bei Schuh- und Taschengeschäften wusste ich schon lange, dass sie unsere Gehirne mit ihren Wellen beeinflussen, um uns unwillig zu machen und in Kaufrausch zu versetzen. Sie expandieren aber und haben jetzt weitere Branchen erobert.

Die Geschichte fing an, als ich heute beschlossen habe, mir eben mal eine (und nur eine) Staffelei zu holen. Klare Geschichte mit Rein und Raus, Schnellzugriff und ab zur Kasse. Perfiderweise ist der Künstlerfachbedarf meines Gedenkens vor kurzem umgezogen, wodurch sich die räumliche Anordnung rudimentär änderte. Mit Schnellzugriff war also nichts auszurichten und da ein Mann bekanntlich nicht nach dem Weg fragt, fing ich an mich durch die Gänge durchzuarbeiten. An Acrylfarben und Ton vorbei zu schaffen, ohne etwas anzufassen fiel mir noch leicht, ist ja eh für Mädchen.

Schnell merkte ich, dass es noch ein Stockwerk gibt und die Treppe dahin führte mich… Ja, sie führe mich in die Staffeleiabteilung. Die Staffelei, die ich gesucht habe war auch schnell gefunden und ich wollte schon wieder die Treppe in Richtung Kasse nehmen, als ich eine weitere Staffelei entdeckte. Ein Einzelstück, dramatisch im Preis reduziert. Wer weiß, ob ich sie dann doch nicht auch gebrauchen kann? Der Schnellzugriffsplan war vergessen, ich betrachtete eine Zeit das Teil, nahm es und tapperte in die Richtung der Fundgrube…

Die Frage, ob ich das alles bezahlen möchte, riss mich in die brutale Realität wieder zurück. Die Inkonsequenz meines Tuns wurde mir bewusst und ich beschloss den Mann an der Kasse zu bitten, wenigstens die zweite Staffelei wegzustellen. Nach drei bis vier Versuchen, fragte er mich immer noch freundlich, ob ich die Staffelei loszulassen gedenke was ich, die innere Unruhephase überwindend, etwas geknickt auch tat. Schliesslich war es auch ihm zu viel, als er meine Frage nach einer kleinen Tüte vernahm. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass es sich um ein Missverständnis handelte und wir einfach das Adjektiv „klein“ unterschiedlich definitorisch abgrenzten.

Das Ergebnis, welches ich stolz davongetragen habe ist eine (ja! ein Mann steht zu seinen Beschlüssen und ich habe nur eine gekauft!) Staffelei, zwei Metalplatten, ein Lampenset zum selberbauen und ein so ein Glasding mit Kettchen. Wie, wozu? Das ist doch ganz klar! Metallplatten kann man immer gebrauchen. Gut, ich habe letzte Woche aus irgendeinem Müllcontainer etliche Metallplatten angeschleppt aber erstens waren diese perforiert und zweitens glänzen die, die ich heute gekauft habe so schön. Eine Lampe schmückt die Wohnung immer und das Glasding… Nun ja, es war sehr stark reduziert.

(Ende) Sollte irgendein Marketingfutzi auf die Idee komme Schuh-, Taschen- und Künstlerbedarfmarkt zu kombinieren, wäre das eindeutig mein Ende. Verwirrt würde ich dann in den Gängen irren, vom Regal zum Regal springen und den Wert völlig ungleicher Werte gegeneinander abschätzen versuchen. Wahrscheinlich würde am Ende des Einkaufstages ein patrolierender Verkäufer ein Etwas finden, das robbend und sabbernd versucht einen viel zu großen Haufen in Richtung Kasse vor sich zu schieben. Er würde dann mit seinem Schnurlostelefon, kurz die nächste Station über den nächsten, derartiger Fälle benachrichtigen. Nein, lieber nicht daran denken…

(Alternativende) Da ich gleich mit dem Erscheinen meiner Frau rechne, muss ich mir überlegen, wie ich die Anschaffungen rechtfertige. Das Argument durch ein Schnäppchen ganz viel gespart zu haben funktioniert bei Schuhen immer ganz gut (benutz es niemals für Taschen!). Wohingegen eine direkte Konfrontation mit Verweis auf eigene Emotionen, in Verbindung mit einer Besserungsankündigung bei Taschen die bessere Wahl ist (benutz es nur selten für Schuhe, nutz sich ab). Aber was macht Mann man mit Dekoscheiß??? Ach egal, ich lasse es ausgebreitet auf dem Fußboden, sie ist ein Mädchen und die Metallplatten glänzen so schön…

Flattr this!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Augen auf bei Künstlerbedarfsmärkten!

  1. Daniluna sagt:

    Achso, das ist jetzt Dein neues Argument 😀 Die Außerirdischen, schon klar.
    Also am besten erklärst Du Susanne, dass Du an Sie denken musstest und ihr unbedingt was schönes mitbringen wolltest.
    Da hast Du diese wunderschönen Dekorationsartikel gesehen 😉
    Ist doch einfach.
    Sie ist ein Mädchen, sie freut sich 😉
    Allerdings musst Du die glänzenden Sachen dann auch loslassen und Dich nicht daran festkrallen 😀

  2. Das ist DIE Idee, ich hätte Dich vorher konsultieren sollen. Die Verschwörungstheorien darfst Du aber nicht unterschätzen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *