Das Konzept der neuen Ausstellung bei AufAuf

Quisquilien und sonstige Konfusionen
Oder über den Weg der -gesellschaft von Wegwerf- zur Sammler-
Temporäre Objekte auf einer (nicht)Fläche

Seid 2007 habe ich eine eigene Art, die Flohmarktjagd zu gestallten, entwickelt. Damals habe ich nach einem Sperrmüll beobachtet, wie Abends der „Müllberg“ vor meiner Wohnung zum Abend hin immer kleiner und Nachts wieder größer wurde. Beim schlendern auf dem paar Tage später stattfindendem Flohmarkt entdeckte ich auch wieder einige der Sachen, die früher mir gehörten. Der Zufall wollte, dass ich an diesen Tag nochmals über den Flohmarkt ging zur der Zeit, als die Verkäufer im Aufbruch waren. Sie sortierten deren Ware, bevor sie sie einluden und liessen einfach einige der angebotenen Sachen zurück. Ich beobachtete das Geschehen und merkte, dass eine neue Menschenschicht diesen Ort aufsuchte. Es waren diejenigen, die die Hinterlassenschaften der Verkäufer durchsuchten und vieles davon mitnahmen. Ich zog meine Kamera und fing an, einige dieser Quisquilien zu fotografieren. Das Rennen um die Sachen wurde zwischen mir, den Restesammlern und den Reinigungskräften, die mit ihren Mülltonnen den Platz säubern, eröffnet.

Die Schwierigkeit dabei besteht darin, dass mein Ziel unverfälschte Bestandsaufnahmen sind. Die Sachen, die ich Zeige wurden weder von mir in irgendeiner Form arrangiert, noch erfahren die Fotos irgendwelche Motage in der Bildbearbeitung. Ich halte den kurzen Moment fest, am dem ein Kreislauf des Besitzerwechsels neu angeregt wird, oder durch eine Reinigungskraft beendet wird. Damit soll auch ein Stück der Geschichte der an diesem Kreislauf teilnehmenden Menschen erfasst werden, obwohl sie selber auf diesen Fotos nicht zu sehen sind. Dies jedoch war eine bewusste Entscheidung, diese aus Respekt in dieser Serie auszuklammern.

→ Die Ausstellung findet im Juli bei der Künstlerinitiative AufAuf statt.

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